Hörgeräte
Durch Hörgeräte werden bei Schwerhörigen Hörverluste ausgeglichen. Doch in unserer Gesellschaft werden Menschen, die ein Hörgerät tragen oft als dumm oder alt hingestellt. Viele Leute wollen sich die Schwäche des Schlecht- Hörens einfach nicht eingestehen oder haben Angst vor Diskriminierung. Wer aber trotz Hörschäden kein Hörgerät benutzt, kann sich kaum noch an Gesprächen beteiligen und antwortet oft unpassend. Oft werden Hörschäden viel später bemerkt. Das liegt daran, dass das Gehirn, solange es noch "jung" ist den Hörschaden erstmal kompensieren kann. Erst wenn man auf die 40/50 zusteuert, fällt der Hörschaden auf, da die Flexibilität der Nervenzellen nachlässt. Oft sind nicht die Ohren selbst das Problem, sondern die Nervenzellen. Die akustischen Informationen können vom Gehirn nicht mehr richtig verarbeitet werden. Man hört nicht unbedingt weniger, aber anders, denn die Quelle des Geräusches kann nicht mehr genau geortet werden. Viele Leute glauben nun Schwerhörige immer anschreien zu müssen, doch die zusätzlichen Dezibel können den Betroffenen sogar wehtun.
Durch das schlechte Hörverständnis ziehen sich die Leute immer mehr aus der Gesellschaft zurück, ihr Selbstwertgefühl leidet, sie bekommen Angstzustände, vereinsamen oder haben im schlimmsten Fall Depressionen. So ist die Scheidungsrate bei Paaren mit einem hörgeschädigten Partner sehr hoch.
Typen
Hörgeräte lassen sich unterteilen in Hinter- dem- Ohr- Geräte als Standard- Versorgung, bei leichtem bis mittelschwerem Hörverlust werden In- Ohr- Geräte verwendet und bei angeborener oder hochgradiger Schwerhörigkeit werden Hörsysteme implantiert. Um das Hören bei Hörgeräten, die hinter dem Ohr getragen werden, zu ermöglichen, wird zusätzlich eine Oloplastik mit einem Schallschlauch benötigt, der neben dem Hörgerät angebracht wird. Neuerdings gibt es Miniausführungen dieser Geräte mit einer extrem kleinen Schlauchhalterung. Durch diese neue Apparatur werden die Hörgeräte unauffälliger. Bei Im- Ohr- Geräten befindet sich die Elektronik in einer individuell angefertigten Hohlschale und wird in den Gehörgang eingeführt. Im- Ohr- Geräte lassen sich noch in folgende drei Untergruppen gliedern: ITE, ITC, CIC. ITE steht für In The Ear. Das Gehäuse füllt hierbei die Ohrmuschel komplett aus. Das System selbst st sichtbar. Allerdings kann das Gerät an die Hautfarbe angepasst werden. ITC bedeutet In The Canal. Hier bleibt die Ohrmuschel frei, da das Gehäuse am vorderen Knubbel am Gehörgang abschließt. Dieses System ist kaum sichtbar. CIC ist die Abkürzung für Complete In Canal. Die Schalen werden hier farbig markiert, um sie dem richtigen Ohr zuzuordnen. Rot entspricht zum Beispiel rechts und blau links. Das System ist von außen so gut wie unsichtbar, da es innerhalb des Gehörgangs endet. Nachteilig sind bei Im- Ohr- Geräten allerdings, dass durch de geringe Belüftung die Ohrenschmalz- und Schweißbildung gefördert wird, die eigene Stimme unnatürlich klingen kann und dass Nebengeräusche sehr stark wahrgenommen werden.
Technik
Jedes Hörgerät besteht aus einem Mikrofon, einem Verstärker und einem Lautsprecher. Dieser übermittelt die Schallsignale über ein Röhrchen beziehungsweise einen Schlauch ans Ohr. Durch entsprechende Batterien wird die Stromversorgung gewährleistet. Oftmals gibt es Schwierigkeiten beim Benutzen von Telefonen. Deshalb haben viele Hörgeräte eine Teefonspule, um das Telefonieren zu erleichtern. Seit einigen Jahren gibt es auch Bluetooth- Adapter, um leichter mit bluetoothfähigen Geräten zu telefonieren.
Hörgeräte stellen schon lange keinen kosmetischen Makel mehr dar. Der Hersteller Phonak verleiht seinem Model Audéo durch die Form einer exotischen Südseemuschel und durch Farbkombinationen wie Eisprinzessin, Grün vor Neid oder Wilde Orchidee den nötigen modischen Chic. Jetzt werden Hörgeräte im Designshop und nicht mehr im Sanitätshaus gekauft. Umso mehr sich dieser neue Hörgerätestil verbreitet, umso mehr Menschen werden dazu stehen, dass sie ein Hörgerät benötigen. Denn Studien beweisen, dass nur etwa 7% der Hörgeschädigten auch wirklich ein Hörgerät nutzen. Viele gehen nicht zum Arzt und manche haben das Gerät einfach nur bei sich zu Hause herum liegen. Fest steht, dass etwa 14 Millionen Deutsche an Schwerhörigkeit leiden.
Weitere Hilfsmittel für Senioren
Neben Hörgeräten und Hörverstärkern gibt es viele weitere Hilfsmittel, die das Leben von Senioren erleichtern können. Bei einer eingeschränken Bewägungsfähigkeit hilft beispielsweise eine Rollator Gehhilfe oder für Zuhause auch ein Treppenlift.
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